Sport
Sportbusiness: Fechtsport präzise aber unspektakulär?
Sonntag vor einer Woche ist im italienischen Catania die jährliche Fechtweltmeisterschaft zu Ende gegangen. Während der üblicherweise im Bereich der Randsportarten anzusiedelnde Fechtsport hierzulande eher von einem mäßigen öffentlichen Interesse geprägt ist, konnten sich die deutschen Fechterinnen und Fechter zumindest während der WM einer breiteren medialen Präsenz erfreuen.
Aus diesem Anlass wurde die „Faszination Fechten“ zum thematischen Aufhänger des im Kölner Sport- und Olympiamuseum als Networkingveranstaltung organisierten „SportTreffs“. Um die Brücke zum Sportbusiness zu schlagen, hat promit im Rahmen des sid SportMonitors exklusiv für diesen Abend eine Imagestudie zur Sportart Fechten durchgeführt.
Denn während sich die großen Volkssportarten aus Sicht potentieller Sportsponsoren eher durch überragende Reichweiten auszeichnen, wird bei Sponsoring-Engagements in Nischensportarten häufig mit den schärfer profilierten Imageausprägungen geliebäugelt. Um Imageziele, wie zum Beispiel den Transfer spezifischer Imageattribute der jeweiligen Sportart auf das eigene Unternehmen zu erreichen, eignen sich mit speziellen Eigenschaften assoziierte Sportarten in der Regel besser, als Massensportarten wie z. B. der „König Fußball“.
Im vorliegenden Fall wurde der Frage nachgegangen, wie der Fechtsport in der deutschen Bevölkerung wahrgenommen wird. Durch welche Eigenschaften zeichnet er sich aus? Auskunft darüber gibt der folgende Studienausschnitt.
Bei der Abfrage diverser Eigenschaften wurde eine fünfstufige Notenskala zwischen 1 („trifft voll zu“) und 5 („trifft überhaupt nicht zu“) zugrunde gelegt. Betrachtet man die Mittelwerte der abgefragten Imageattribute, so zeigt sich, dass der Fechtsport am stärksten mit Präzision assoziiert wird. Für das Attribut „präzise“ ergibt sich ein Mittelwert von 2,2 (Abb. 1). Direkt dahinter landen die Dimensionen Eleganz und Dynamik, die jeweils Mittelwerte von 2,4 aufweisen.
Praktische Relevanz erhalten diese Befunde nun bspw. für marketingstrategische Vorhaben. Plant ein Unternehmen sein Imageprofil hinsichtlich der Eigenschaften Präzision, Eleganz und Dynamik mithilfe eines Sponsoring-Engagements zu stärken, so sollte der Fechtsport bei der Grobauswahl der Sportarten gemäß den Analyseergebnissen in die nähere Auswahl gelangen. Soll für eine Marke dagegen die Spektakularität in der Wahrnehmung der Zielgruppe gesteigert werden, so bilden Vertreter aus dem Fechtsport eher unpassende Partner, da der Mittelwert des Attributs „spektakulär“ in Höhe von 3,2 lediglich einen der hinteren Ränge einnimmt.
Wie der Studienausschnitt zeigt, bildet das Image eines potentiellen Sponsoringpartners einen passenden Ansatzpunkt, um Differenzierungspotentiale bzgl. der Wahrnehmung in der Bevölkerung zu nutzen. Welche Sportart sich jedoch im konkreten Einzelfall hinsichtlich der gesetzten Marketingziele als geeignet herausstellt, lässt sich auf Basis von Marktforschungsdaten anhand zugeschnittener Studien individuell feststellen.
Handball: Durchmarsch in der HBL – Ist der THW Kiel noch aufzuhalten?
Der THW Kiel hat in der bisherigen Saison eine beeindruckende Serie hingelegt. Bei neun Siegen in neun bisher absolvierten Partien konnten die „Zebras“ aus dem Norden eine blütenweiße Weste bewahren. Dagegen mussten die ärgsten Verfolger aus Berlin und Hamburg je zweimal Punkte liegen lassen und folgen somit bereits mit einem gewissen Respektsabstand.
Nach rund einem absolvierten Viertel der Spielzeit 2011/12 ohne Punktverlust, stellt sich Handball-Deutschland zunehmend die Frage, ob der THW auf seinem Durchmarsch noch aufzuhalten ist. Ein Blick auf die Umfrageergebnisse des aktuellen sid SportMonitors schafft hier Klarheit.
Während rund jeder Vierte (23,1%) nicht daran glaubt, dass die Kieler ihren Platz an der Sonne noch abgeben, hoffen immerhin 40,8% auf eine Aufrechterhaltung der Spannung in der Liga, indem die Konkurrenz noch in die Entscheidung um die Meisterschaft eingreift. Ein gutes Drittel (36,1%) konnte oder wollte sich bei dieser Frage nicht auf eine Antwort festlegen.
Eine große Chance, dem THW in dieser Saison erstmals Punkte abzujagen, besteht am kommenden Sonntag (30.10.2011), wenn die Kieler beim Vorjahresdritten, den Füchsen Berlin, zum Spitzenspiel antreten.
Wintersport: Bevölkerung noch nicht im Biathlon-Fieber
Die Wintersportsaison 2011/12 wirft bereits ihre Schatten voraus. Während der Startschuss zum Weltcup bei einigen Disziplinen bereits erfolgt ist, müssen sich Aktive und Fans in anderen Wintersportarten noch gedulden. Nachdem die Stars der alpinen Ski-Szene am vergangenen Wochenende im österreichischen Sölden erstmals an den Start gegangen sind, haben die Biathleten noch rund fünf Wochen Zeit, sich auf ihren ersten Weltcup-Einsatz im schwedischen Östersund vorzubereiten.
Entsprechend weit hinten im Terminkalender steht das Biathlon-Highlight der anstehenden Saison. Die Weltmeisterschaft ist auf Ende Februar/Anfang März 2012 datiert und nimmt den vorletzen Termin der insgesamt zehn Weltcup-Veranstaltungen ein. Doch während die Aktiven zumindest bei der Saisonvorbereitung in der heißen Phase stecken, befinden sich die Fans des gerade hierzulande äußerst populären Biathlonsports quasi noch im Winterschlaf, wie die Frage nach dem Austragungsort der kommenden Weltmeisterschaft zeigt.
Die Tatsache, dass Magdalena Neuner, Michael Greis und Co. ein „Heimspiel“ im oberbayrischen Ruhpolding bestreiten können, ist nämlich den wenigsten der 1.202 im Rahmen des sid SportMonitors befragten Deutschen bekannt. Zwei Drittel (62,9%) wissen absolut nicht, in welchem Ort die WM stattfinden wird. 8,9% tippen fälschlicherweise auf Östersund und 11,3% der Befragten verorten die WM im Thüringer Wald in Oberhof. Letztlich sind es 16,9% der Interviewten, die mit Ruhpolding den richtigen Austragungsort der Weltmeisterschaft benennen und somit die richtige Antwort geben konnten.
Angesichts des Befragungszeitpunkts ist der niedrige Wert jedoch nicht sonderlich überraschend - schließlich ist der Appetit der meisten Wintersportfans mit den ersten Wettkämpfen gerade erst wieder geweckt worden.