Sport
Krawalle im Fußball: Bevölkerung votiert für gezielte Sanktionen
Fußball bedeutet Spannung, Fußball bedeutet Leidenschaft, Fußball bedeutet Emotion – Fußball bedeutet aber leider teilweise auch Krawall und Vandalismus. Letzteres ist insbesondere in der jüngsten Zeit vermehrt in den Fokus der Medien geraten. Das auf diese Weise nach außen transportierte Bild des Fußballs hat die dunkle Kehrseite der Volkssportart Nummer 1 in den Vordergrund gerückt und für lebhafte Diskussionen innerhalb und außerhalb der Fußballfachkreise gesorgt.
Entsprechend der häufig beobachteten Praxis bei Ausschreitungen rund um die Austragung von Fußballspielen, haben sich auch hier die Verfechter einer härteren Bestrafung erneut lautstark zu Wort gemeldet. Die geforderten Maßnahmen reichen von einer Erhöhung der Geldstrafen, bis zu einem vorübergehenden Ausschluss der entsprechenden Vereine vom Spielgeschehen. Wie ernst die Lage ist, zeigen die Reaktionen der Spitzen des Deutschen Fußballbundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL), die die Thematik mit der Gründung der „Task Force Sicherheit“ ganz oben auf ihre Agenda gesetzt haben. „Gewalttaten müssen bestraft werden, aber der Dialog mit den Fans muss gesucht werden“, äußerte sich Ligapräsident Reinhard Rauball. Außerdem müsse die Diskussion auf eine fachliche Ebene runtergebrochen werden, so der Mann an der Spitze der DFL.
Es stellt sich also allgemein die Frage, wie man adäquat auf solche Ausschreitungen reagiert, um für die Zukunft möglichst eine Eindämmung der Krawalle zu erreichen. Promit hat sich eine genaueres Bild von der Stimmungslage in der deutschen Bevölkerung gemacht und hat dabei eine interessante, da differenzierte Meinungsbildung aufgespürt.
Bei der Einschätzung der Wirksamkeit zeigt sich ein zweigeteiltes Bild, wie in Abb. 1 zu sehen ist. Offenbar votiert die deutsche Bevölkerung vermehrt dafür, die Täter persönlich zur Rechenschaft zu ziehen. Kollektive Maßnahmen, die Schuldige, wie auch Unschuldige gleichsam sanktionieren, werden dagegen tendenziell eher abgelehnt.
84,3% halten die persönliche Haftung der Randalierer für entstandene Sachschäden für „sehr erfolgversprechend“ bzw. „erfolgversprechend“ (Top-2-Box, d. h. Nennungen der Werte 1 und 2 auf einer fünfstufigen Skala). Direkt danach folgen lebenslange Stadionverbote für Randalierer (Top-2-Box: 77,3%) sowie das persönliche Aufkommen der Täter für die gegen die Vereine verhängten Strafzahlungen (Top-2-Box: 77,0%). Ebenfalls vergleichsweise hoch im Kurs stehen Alkoholverbote in den Stadien (Top-2-Box: 69,3%) bzw. in öffentlichen Verkehrsmitteln (Top-2-Box: 57,2%).
Dagegen werden Bestrafungen des Kollektivs bzw. der Clubs eher abgelehnt. Ein kompletter Ausschluss der Fans von Gastmannschaften und Wettbewerbsausschlüsse der Vereine bzw. höhere Geldstrafen gegen die Vereine werden für eher unwirksam gehalten. Hierfür stimmen lediglich zwischen 31% bzw. 39% (jeweils Top-2-Box). Am Ende des Maßnahmenkatalogs steht die Abschaffung der Stehplätze in den Stadien nach englischem Vorbild. Lediglich jeder Vierte (Top-2-Box: 25,2%) verspricht sich hiervon einen Erfolg hinsichtlich der Bekämpfung von Ausschreitungen.
Wie die Wahl der Maßnahmen zur Krawall-Eindämmung letztlich auch fallen mag – es bleibt zu hoffen, dass der Fußball in Zukunft wieder sportliche Schlagzeilen produziert und nicht aus Gründen der Gewalt die Berichterstattung dominiert.
Steuerskandal im deutschen Fußball: Sperre gegen steuersündige Schiedsrichter?
Der Deutsche Profifußball kommt nicht zur Ruhe. Neben den aufkeimenden Ausschreitungen rund um die Austragung von Fußballspielen ist nun der Steuerskandal der Schiedsrichter auf höchster Ebene in aller Munde.
„Beihilfe zur Steuerhinterziehung“ – so lautet der Vorwurf der deutschen Ermittler gegen den Weltfußballverband Fifa sowie den europäischen Fußballverband Uefa. Der Hintergrund ist der, dass deutsche Schiedsrichter ihre Honorare auf ausländische Konten überwiesen bekamen, und somit zu versteuernde Beträge am deutschen Fiskus vorbeigeschoben haben. Eine Schuld eingestehen möchte sich in dieser Angelegenheit jedoch zunächst niemand.
Die Funktionäre auf Seiten der Verbände vertreten die Meinung, jeder Schiedsrichter habe selber dafür Sorge zu tragen, seine Einkünfte rechtmäßig zu versteuern. Und zumindest ein Teil der eigentlich Tugenden wie Tadellosigkeit und Korrektheit symbolisierenden Berufsgruppe der Unparteiischen, wähnt sich offenbar innerhalb des rechtlichen Rahmens, indem ausländische Konten für die Zahlungen der Honorare bei den entsprechenden Verbänden angegeben wurden.
Unabhängig von der tatsächlichen Klärung der Rechtslage, ist in der Bevölkerung eine lebhafte Diskussion um die Rechtmäßigkeit dieser Vorgänge entbrannt. In diesem Zusammenhang häufig zu vernehmen sind Begriffe wie „Rechtschaffenheit, „Ethik“ oder „Moral“. Grund genug, um die Auswirkungen auf die Meinungsbildung innerhalb der Bevölkerung hinsichtlich der weiteren Berufsausübung betroffener Schiedsrichter zu untersuchen. Bei der Frage danach, ob Schiedsrichter, denen Steuervergehen nachgewiesen werden, weiter in der 1. und 2. Bundesliga pfeifen dürfen, zeigt ein deutliches Bild: Über zwei Drittel (67,8%) der 1.203 im Rahmen des SID SportMonitors befragten Bundesbürger lehnen eine weitere Berufung solcher Schiedsrichter ab. Lediglich 18,2% der Befragten stimmen für eine weitere Beschäftigung. 14% konnten oder wollten dazu keine Angabe machen.
Ski Alpin: Deutsche glauben an Höfl-Riesch
Das zweite Rennen des alpinen Ski-Weltcups steht an. Als vor knapp einem Monat der Weltcupstart im österreichischen Sölden erfolgte, waren viele Menschen aufgrund des warmen Herbstwetters noch nicht richtig auf Wintersport eingestellt. Nun, da der Winter auch hierzulande allmählich seine Vorboten schickt, steigert sich die Vorfreude auf die Highlights des alpinen Skisports.
Bevor der Weltcupzirkus der Damen am kommenden Wochenende seine Zelte im US-amerikanischen Aspen aufschlägt, wollte promit im Rahmen des SID SportMonitors von der Bevölkerung wissen, wer die deutsche Topfavoritin der laufenden Saison ist. Dass die Ergebnisse des ersten Laufs in Sölden dabei offenbar nicht in voller Breite registriert wurden, zeigt das deutliche Ergebnis.
Die im ersten Weltcup-Rennen durch einen Sturz von einer besseren Platzierung verhinderte Maria Höfl-Riesch steht auch in diesem Jahr vor einer erfolgreichen Saison – zumindest wenn es nach der Einschätzung der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland geht. Denn rund zwei Drittel (63,8%) derjenigen, die eine Meinung zu dem Thema geäußert haben, sehen in der Garmisch-Partenkirchenerin die erfolgreichste deutsche Rennläuferin dieses Winters. Dagegen belegt die in Sölden um einen Wimpernschlag (0,04 Sekunden) am Sieg vorbeigerauschte Viktoria Rebensburg aus Tegernsee innerhalb der vorgegebenen Dreierauswahl mit 16,7% nur Rang 3. Zwischen Höfl-Riesch und Rebensburg landet mit 19,5% der Nennungen Kathrin Hölzl aus Berchtesgaden.
Wer am Ende die Nase vorne hat und ob sich diese Reihenfolge im Weltcup tatsächlich ergibt, zeigt sich in den insgesamt noch 39 auszutragenden, hoffentlich spannenden Rennen der Saison 2011/2012.